Vernetzte www.Welten

CHANCEN UND RISIKEN

Aus Schule und Arbeitsleben sind der Computer und das Internet heutzutage nicht mehr wegzudenken. Ein kompetenter Umgang mit dem Computer, das Beherrschen von Internetrecherche und gängigen Anwendungsprogrammen sind für den Bildungs- und Berufserfolg maßgeblich. Doch befriedigen Onlinemedien auch wichtige persönliche Bedürfnisse wie Kommunikation, Partizipation, Beziehungspflege, Selbstdarstellung, Unterhaltung und Spiel, welche gerade in der Entwicklungsphase Jugend von besonderer Bedeutung sind.

Besonders Computerspiele üben auf Jugendliche eine große Faszination aus. In virtuellen (also geschützten) Umgebungen können sie sich ausprobieren, mit anderen in Wettbewerb und Austausch treten sowie nebenbei ihre Aufmerksamkeit, Konzentration, Geschicklichkeit und Problemlösefähigkeit trainieren. Computerspiele sind leicht verfügbar, von ungeheurer Vielfalt und damit für Jugendliche eine attraktive Freizeitbeschäftigung.

Allerdings bergen Computer und vor allem das Internet neben diesen Möglichkeiten und Chancen auch einige Risiken wie z. B. die vieldiskutierte Computerspiel- oder Internetsucht. Zur Verbreitung des abhängigen Computerspielverhaltens zeigt eine bundesweite Untersuchung (Rehbein, Kleimann, & Mößle, 2010), dass unter 15-jährigen Jugendlichen 4,5 Prozent ein abhängiges oder gefährdetes Spielverhalten aufweisen. Nach der Pinta-Studie zur Prävalenz der Internetabhängigkeit (Rumpf, Meyer, Kreuzer & John, 2011) weisen in der Altersgruppe der 14-24-Jährigen 2,4 Prozent ein abhängiges und weitere 13,6 Prozent ein problematisches Internetnutzungsverhalten auf.

Doch nicht allein die Suchtgefahren sondern auch die Problematik des Datenschutzes, Kontaktrisiken, Cybermobbing und die Konfrontation der Jugendlichen mit nicht altersangemessenen Inhalten wie Gewalt, Pornografie oder Glücksspielen gehören zu den Risiken der Mediennutzung.

Literatur

  • Rehbein, F., Kleimann, M., & Mößle, T. (2009). Computerspielabhängigkeit im Kindes- und Jugendalter. Empirische Befunde zu Ursachen, Diagnostik und Komorbiditäten unter besonderer Berücksichtigung spielimmanenter Abhängigkeitsmerkmale. Zweiter Forschungsbericht zum gemeinsamen Forschungsprojekt des Bundesministeriums des Innern und des KFN (Nr. 108). Hannover: Kriminologisches Forschungsinstitut Niedersachsen.
  • Rumpf, H.-J., Meyer, C., Kreuzer, A., John, U. (2011). Prävalenz der Internetabhängigkeit. Bericht an das Bundesministerium für Gesundheit. Universität zu Lübeck. Lübeck. Online verfügbar